5. Landwirteseminar

Dr. M. Blaser (l.) und Dr. A. Odermatt
Dr. M. Blaser (l.) und Dr. A. Odermatt

«So wenig wie möglich, so viel wie nötig»

Am 14. November hielt die Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Lindenmatte AG (Frutigen) zum 5. Mal ihr Landwirteseminar ab. Die diesjährige Ausgabe widmete sich der «Reduktion des Antibiotikaeinsatzes». 110 Landwirt­Innen interessierten sich für den heiklen Dauerbrenner Antibiotika.

 

«Antibiotika Awareness Week» – so lautete der Titel, unter dem wir von der Weltgesundheitsorganisation WHO bis zum 19. November für den Kampf gegen Antibiotikaresistenzen sensibilisiert wurden. Bei dieser vom Bund mitgetragenen Aktionswoche geht es um die Verringerung der Antibiotika-Verabreichung. Entsprechend gross war denn auch der Aufmarsch von Landwirten aus dem Frutigland. Dies im Wissen, dass ein unsachgemässer Einsatz von Antibiotika Resistenzen hervorrufen kann. Und dass die in Tiermast und Tierhaltung eingesetzten Antibiotika via Gülle und Mist auf die Felder und von dort auch in den Wasserkreislauf gelangen – mit allen verheerenden Konsequenzen auch für uns Menschen. Dies jedenfalls schilderte Dr. Martin Blaser von der Firma Zoetis Schweiz GmbH (Zürich) in seinen rund 90-minütigen Ausführungen. Aufs Thema eingestimmt wurde man von Dr. Arnold Odermatt von der Tierärztlichen Gemeinschaftspraxis Lindenmatte AG, die das Landwirteseminar organisiert hat.

 

Resistenzen beim Menschen

Wie wir Menschen müssen auch kranke Tiere behandelt werden, und so gelten Antibiotika nach wie vor als wertvolle und unverzichtbare Arzneimittel. Es gilt, Tiere von Infektionen zu heilen und von den Folgen – Krankheit, Leiden, Tod – zu bewahren und damit auch zum Tierschutz beizutragen. Nur Tierärzte sind durch ihre Ausbildung qualifiziert, über die richtige Anwendung und Auswahl von Arzneimitteln und Antibiotika bei Tieren zu entscheiden. «Wir sorgen dafür, dass keine Lebensmittel tierischen Ursprungs in den Verkehr gelangen, die Medikamentenrücktstände enthalten und die Gesundheit der Verbraucher beeinträchtigen können», so Dr. Blaser. Unerlässlich sei eine fachgerechte Diagnose, basieren auf einer angemessenen klinischen Untersuchung – und, falls erforderlich: weiterführende labordiagnostische Untersuchungen unter Einbezug des Immunstatus der Tiere, aber auch bestandesspezifischer Aspekte und sonstiger Erfahrungen und Kenntnisse.

 

Abgabe nur noch bedarfsgerecht

Im Zusammenhang mit der Revision der Tierarzneimittel-Verordnung verwies Dr. Blaser auf die hauptsächlichen Änderungen, die per April 2016 in Kraft getreten sind. Zweck der Revision war insbesondere der bedarfsgerechte und zielgerichtete Einsatz von Antibiotika. Bei der Abgabe auf Vorrat gibt es neue Einschränkungen. «Da ist gut so!», lautete der zustimmende Tenor des fachkundigen Publikums im Saal des Hotel-Restaurants Simplon. Generell dürfen keine Antibiotika mehr zu vorsorglichen Behandlungen auf Vorrat abgegeben werden, folglich auch keine «Reserve-Antibiotika». Als Alternative zur vorbeugenden Antibiotika-Gabe hat Dr. Blaser die Anwendung einer «Nasenimpfung» gegen die Rindergrippeviren vorgestellt. Kälber können bereits ab dem 7. Lebenstag geimpft werden, bleiben gesünder und brauchen entsprechend weniger Antibiotika in ihrem zukünftigen Leben.

 

Das Trockenstellen

Auf grosses Interesse stiessen auch die ergänzenden Erläuterungen zum Trockenstellen. Die Trockenstehzeit, insbesondere das erste und letzte Drittel, gelten laut Dr. Blaser als Perioden mit ausgesprochen hohem Risiko für Neuinfektionen. «Besteht der Verdacht, dass sich Erreger im Euter befinden, sollte eine bakteriologische Untersuchung der Milch vorgenommen werden, um geeignete Behandlungsmassnahmen einleiten zu können.» Durch einen antibiotikumfreien Zitzenversiegler können Kühe während kritischer Phasen der Trockenzeit sehr gut vor Neuinfektionen geschützt werden, was wiederum die Anwendung von Antibiotika in den Eutern verringert. 

 

Zusammenarbeit von Landwirten, Tierhaltern und Tierärzten

Die Anwendung von Antibiotika erfolgt gemäss den Zulassungsbedingungen – Anwendungsgebiet, Tierart, Dosis, Applikationsart, Anwendungsdauer. Für uns Konsumenten von grösster Bedeutung: Bei Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen, müssen die festgelegten Wartezeiten eingehalten werden. Dies um sicherzustellen, dass man unsere Gesundheit nicht durch gefährliche Rückstände auf Spiel setzt. Daraus ergibt sich unter anderem folgende Quintessenz: Landwirte, Tierhalter und Tierärzte sollen nicht nur, sondern müssen sogar eng zusammenarbeiten, um die Wirksamkeit einer Behandlung gewährleisten zu können. Tiergesundheit beginnt mit guten Haltungs- und Hygienebedingungen. Und vor allen Dingen: Gesunde, widerstandsfähige Tiere benötigen weniger Antibiotika. Jeder landwirtschaftliche Betrieb ist gut beraten, über einen Tiergesundheitsplan zu verfügen, der entsprechende Hygienemassnahmen zu Unterbrechung der Infektionsketten einschliesset. Die Maxime lautet gemäss Dr. Blaser: «Der verantwortungsvolle Einsatz von Antibiotika liegt in unseren Händen. So wenig wie möglich, so viel wie nötig.»

 

Text von Toni Rütti, www.frutiglaender.ch

November 2017

Neue Fälle von Blauzungenkrankheit in der Schweiz

Was schon seit längerer Zeit erwartet wurde, ist eingetroffen: In der Schweiz ist erstmals seit 2012 wieder die Blauzungenkrankheit (BT)nachgewiesen worden. Das Virus (Serotyp 8) wurde im Rahmen des jährlichen Überwachungsprogramms bei zwei Rindern (Kantone Jura und Basel-Landschaft) gefundenen. Der Tierverkehr in der Schweiz bleibt ohne Einschränkungen möglich, der Export in BT-freie Länder ist jedoch nur noch mit Auflagen möglich.

Es steht Tierhaltenden frei, ihre Tiere in Absprache mit dem Bestandestierarzt zu impfen.

 

Quelle und weitere Informationen: www.blv.admin.ch

November 2017

Bovine Virus-Diarrhoe (BVD): stabile Situation trotz einzelnen Ausbrüchen

Heute sind über 99 Prozent der Rinderhaltungen in der Schweiz frei von  boviner Virus-Diarrhoe (BVD). Die vollständige Ausrottung der BVD ist zwar noch nicht erreicht, aber der jährliche Nutzen des Ausrottungsprogramms übersteigt die Kosten für die Bekämpfung und Überwachung dieser Tierseuche. Dies hat eine kürzlich veröffentliche Studie ergeben. Eine gute Gelegenheit für eine Bestandsaufnahme in der Schweiz.

 

Quelle und weitere Informationen: Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen

Ausrottung-BVD

Tierseuchen

September 2017

Vogelgrippe in der Schweiz – Ende der Präventionsmassnahmen

Seit Anfang März sind die Temperaturen milder geworden. Die meisten Zugvögel haben ihre Winterquartiere verlassen und das Ansteckungsrisiko für Hausgeflügel sinkt. Die Zahl der von der Vogelgrippe betroffenen Zugvögel ist zudem in ganz Europa stark zurückgegangen. Aus diesen Gründen hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinär-wesen (BLV) beschlossen, ab Samstag, 18. März 2017 die Präventions-massnahmen aufzuheben.

 

Quelle und weitere Informationen: www.blv.admin.ch

März 2017

Vogelgrippe: Schweiz verlängert Schutzmassnahmen (Januar 2017)

Vogelgrippe: Schweiz verlängert Schutzmassnahmen Aufgrund der besorgniserregenden Lage in Europa und wegen der anhaltend tiefen Temperaturen in Nordeuropa verlängert das Bundesamt für Lebensmittel-sicherheit und Veterinärwesen (BLV) die Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe bis am 31. März 2017. Zum Schutz des Hausgeflügels muss weiterhin jeder Kontakt mit Wildvögeln vermieden werden, obwohl bis heute in der Schweiz keine Ansteckung bei Hausgeflügel festgestellt wurde. Geflügelmärkte, Ausstellungen mit Geflügel oder ähnliche Anlässe bleiben verboten.

 

Quelle und weitere Informationen: www.blv.admin.ch

Jan 2017

Vogelgrippe (Lage Ende 2016)

Mitte November hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die Massnahmen gegen die Vogelgrippe verstärkt. Obschon das Hausgeflügel in der Schweiz bisher von der Krankheit verschont geblieben ist, gelten die Massnahmen weiterhin bis Ende Januar 2017. Denn sowohl hierzulande als auch im umliegenden Ausland steigt die Zahl der an der Vogelgrippe verendeten Wildvögel weiter.

 

Quelle und weitere Informationen: www.blv.admin.ch

Dez 2016

Aktuelle Informationen zur Blauzungenkrankheit (BT)

Neben dem dauerhaften Vorkommen von BT im Mittelmeerraum ist die Krankheit seit 2015 auch wieder nördlicher, in mehreren europäischen Ländern aufgetreten. Vom Blauzungenvirus (BTV) gibt es mehrere Serotypen. In Frankreich handelt es sich um den Serotyp 8 (BTV-8), in Südosteuropa und bis Ende letztes Jahr in Österreich kursiert der Serotyp 4 (BTV-4).

 

BTV-8 in Frankreich: Seit der ersten BTV-8-Meldung aus Frankreich vom 11.9.2015 wurden über 200 betroffene Betriebe bestätigt. Die letzten Fälle deuten eine Ausweitung in den Südwesten Frankreichs an. Die Restriktionszone mit 150km Umkreis um die betroffenen Betriebe betrifft auch die Schweiz, die Kantone Genf, Waadt, Neuenburg, Jura Freiburg Bern und Wallis liegen in dieser Zone.

 

Auch wenn die aktuellen Seuchenzüge von BTV-4 und -8 mit wenig ausgeprägten Symptomen einhergehen, ist die Überwachung der Tiere für die Früherkennung der Blauzungenkrankheit wichtig. 

Symptome sind: Fieber, Entzündungen der Schleimhäue, Blessuren von Haut und Schleimhaut im Maul, an Lippen, Nase, Zitzen und Euter, Schwellungen im Kopfbereich und an den Gliedmassen, respiratorische Anzeichen.

Stellen Tierhaltende solche Symptome fest, müssen sie umgehen ihren Bestandestierarzt kontaktieren, der die Untersuchung vornimmt und das zuständige Kantonale Veterinäramt informiert.

 

Quelle und weitere Informationen: www.blv.admin.ch

3. April 2016

Geflügelpest in Deutschland, den Niederlanden und Grossbritannien

Die Vogelgrippe ist eine Tierseuche, die den Fachleuten als „Aviäre Influenza" oder „Klassische Geflügelpest" schon lange bekannt ist. Nach wie vor ist die Vogelgrippe in vielen Regionen weltweit präsent. Geflügehaltende sollen deshalb ihre Bestände schützen und auf Symptome der Vogelgrippe achten.

 

In Norddeutschland, den Niederlanden und Grossbritannien sind in Geflügelbetrieben Fälle der Geflügelpest gemeldet worden. 

In allen drei Ländern  wurden die nötigen Massnahmen ergriffen, damit sich das Virus nicht ausbreiten kann. Die Schweiz hat zudem Verordnungen erlassen, welche die Einschleppung der Seuche in unser Land mit Geflügelprodukten verhindern sollen.

Lebensmittel spielen bei der Übertragung des Erregers eine untergeordnete Rolle. Entsprechend brauchen Konsumentinnen und Konsumenten ihr Konsumverhalten nicht zu ändern.

 

Weitere Information finden sie auf der Seite des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

24. November 2014

Maul- und Klauenseuche in Tunesien/Türkei

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist weltweit eine der verheerendsten Viruserkrankungen von landwirtschaftlichen Nutztieren. Die MKS-Seuche kann in kürzester Zeit den gesamten Tierbestand eines Landwirten befallen und schwere wirtschaftliche Schäden verursachen. Aktuelle Fälle in Tunesien und in der Türkei verlangen erhöhte Aufmerksamkeit bei Tierhaltenden und Tierärzten.

Weitere Information finden sie auf der Seite des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen.

9. Juli 2014

Danke dem Dichter für das poetische Geschenk!

5. Juni 2014